Das Thema Klimaschutz wird auch im Nordhorner Stadtrat wichtig. Die Fraktion der Grünen hatte
einen Antrag eingereicht, den Klimanotstand auszurufen. Diese plakative, aber nicht konkrete
Vorgehensweise kontert die SPD nun mit einer Vielzahl von Vorschlägen. „Es bringt in Nordhorn
nichts, wenn der Stadtrat eine Resolution verabschiedet. Unsere Aufgabe muss es sein, konkret
Dinge für unsere Stadt zu verbessern,“ so Fraktionsvorsitzender Harald Krebs.

Radwege


Zwischen Rat und Stadtverwaltung besteht Einigkeit, den Radverkehr weiter zu fördern. Das erfolgt
durch die Umsetzung des Radverkehrskonzepts, für das auch Geld bereit steht. SPD-Ratsmitglied
Frank Günther: „Diese Mittel gehen in den Neubau. Wir wollen aber auch mehr in der
Bauunterhaltung machen und vorhandene Radwege besser machen, damit es sich komfortabler
fährt.“ Deshalb hat die SPD nun beantragt, weitere 100.000 € in den städtischen Haushalt für 2020
einzustellen. Zugleich hat die SPD eine Liste mit konkreten Vorschlägen eingereicht.

Carsharing

Die SPD begrüßt den von Landkreis und Bentheimer Eisenbahn angekündigten Einstieg in
Carsharing. Allerdings, so Ratsmitglied Harry Brooksnieder, wäre ein Beginn mit nur 1 PKW für
Nordhorn zu wenig. „Dem einen Nutzer reiche ein kleiner Stadtflitzer, der andere braucht Stauraum
oder will mit 6 Personen fahren.“ Deshalb hat die SPD einen Antrag gestellt. Danach soll die
Stadtverwaltung mit Landkreis und Bentheimer Eisenbahn sprechen, damit das Carsharing mit mehr
als einem PKW für Nordhorn beginnen kann. Die damit verbundenen Mehrkosten würde die Stadt
übernehmen.

E-Ladesäulen

Zwar bestehen in der SPD-Ratsfraktion durchaus Zweifel, ob Elektromobilität wirklich die Lösung
sein wird., um das Klima zu schonen. Bei den Batterien sind Rohstoffgewinnung, Haltbarkeit und
Entsorgung problematisch. „Aufgrund der gesamtpolitisch gewollten Förderung der Elektromobilität wird es mehr E-Fahrzeuge geben. Also brauchen wir mehr Ladesäulen,“ so Manuel Granja Nunes. Die SPD hat deshalb beantragt, dass der örtliche Energieversorger nvb, an der die
Stadt Nordhorn die Mehrheit hält, so viele Ladesäulen schafft, wie für eine überdurchschnittliche
Abdeckung erforderlich sind. Schließlich sei das für eine Stadt wichtig, die für ihre Besucher
attraktiv sein will.

mitlaufende Straßenbeleuchtung


Hierbei handelt es sich um eine intelligente Schaltung mittels Bewegungsmeldern, die nur dort
helleres Licht macht, wo sich ein Fußgänger oder Radfahrer bewegt. Der Antrag fand im
Fachausschuss bereits eine Mehrheit. Danach wird die Verwaltung geeignete Wegstrecken
identifizieren. Frank Günther: „Das spart bei der heutigen LED-Technik nicht mehr viel, aber
immerhin etwas Energie. Im Außenbereich nützt das Herunterfahren der Beleuchtung auch
manchen Tierarten.“
nvb

Mehr Energie lässt sich einsparen durch eine Idee der SPD, wenn die städtische Tochter nvb in ein
neues Geschäftsfeld einsteigt: die Heizungsverbrauchserfassung wie sie bisher bundesweit tätige
Firmen wie techem, ISA oder Brunata erbringen, koppeln mit Energie sparenden
Heizungsthermostaten. Harald Krebs, Sprecher der SPD im bnn/nvb-Konzern: „nvb soll
Energieeffizienzdienstleister werden. ISTA, brunata und techem machen riesige Gewinne. Das kann

nvb billiger. Das entlastet die Mieter. Werden neben der normalen Ablesetechnik auch noch Energie
sparende Thermostate eingebaut, spart das auch Heizenergie. Clever sparen durch Smart Home
Technik ist ein Beitrag zum Klimaschutz.“
Eine weitere Idee, nvb als Energieeffizienzdienstleister tätig werden zu lassen, ist das sogenannte
Mieterstrommodell.nvb soll hier bei Neubaupojekten Konzepte erarbeiten und realisieren, durch die
mittels Photovoltaik und/oder Blockheizkraftwerken eigener Strom erzeugt und von den Mietern
selbst verbraucht wird. Dabei wird ein Teil des Strombezugs für die Mieter billiger. Energetisch
macht das Sinn, weil das immer mit hochmoderner, sehr Energie effizienter Technik einher geht.
Die SPD hat entsprechende Anträge gestellt, über die voraussichtlich im Dezember beraten werden
wird.
Begrünung

Blühstreifen
„Eine stärkere Begrünung der Stadt verbessert das Kleinklima, auch wenn wir das vielleicht nur bei
großer Hitze merken,“ so die SPD-Vorsitzende Petra Alferink. Zudem macht mehr Grün unsere
Stadt schöner. Richtig gepflanzt, gibt es Insekten und Kleinlebewesen auch in der Stadt
Lebensraum. Deshalb hat die SPD einen Antrag eingebracht, auf öffentlichen Flächen Blühstreifen
und Streuobstwiesen anzulegen.
Besondere Potentiale sieht die SPD in gewerblichen Flächen. Ratsmitglied Alide Broenink: „Einige
Unternehmen haben gut angelegte Flächen. Viele aber haben sich da wenig Gedanken gemacht.
Zierrasen und Bodendecker machen ökologisch nichts her. Besser wären Insekten freundliche
Steingärten oder artenreiche Pflanzen. Ich bin sicher, dass viele Unternehmer bei entsprechender
Beratung durch einen städtischen Gärtner mitziehen. Vorhandene Freiflächen können auch durch
senkrechte Rankhilfen, auch an Fassaden, viel mehr Grün in die Stadt bringen.“
Sehr nachteilig ist der Trend zu sogenannten Schottergärten, wo nichts mehr blüht. Nach intensiver
Diskussion hat sich die SPD dagegen entschieden, dass die Stadt dagegen ordnungsrechtlich
vorgehen soll. Petra Alferink: „Das führt zu einem erheblichen Verwaltungsaufwand, streitigen
Verfahren und endlosen Diskussionen. Natürlich sehen wir diese Schottergärten als eine
Fehlentwicklung.“ Bei neuen Bebauungsplänen werden diese Schottergärten untersagt.
Die von den Grünen geforderte Dachbegrünung wird von der SPD nicht unterstützt. „Die Grünen
haben in einem Antrag die Mehrkosten für Dachbegrünung auf bis zu 20% der Baukosten
angegeben. Das machen wir nicht mit,“ so Gisela Snieders. Die Baukosten sind eh hoch. SPDRatsmitglied
Dr. Wiebke Buchholz-Will, auch Vorsitzende des GEWO-Aufsichtsrats, weist darauf
hin, dass alle Maßnahmen für den Klimaschutz auch sozial verantwortbar sein müssen: „Wir
brauchen preisgünstigen Wohnraum.“

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