SPD-Ratsfraktion: Stadtverwaltung soll ein Leerstandsmanagement implementierten

Wohn- und Gewerbeleerstand soll proaktiv bekämpft werden

„Ein proaktiver Umgang mit Leerstand und der Aufbau eines entsprechenden Leerstandskatasters stärkt jede Kommune.“, so Harald Krebs aus seiner Erfahrung als Wirtschaftsförderer.

„Idealerweise sollte Leerstand erst gar nicht entstehen. Insbesondere der ländliche Raum ist auf Zuzug von außerhalb angewiesen und sollte daher verstärkt den Leerstand proaktiv vermarkten!“ meint Ratsherr Harry Brooksnieder als SEA-Ausschussmitglied.

Fallen in einem Ort immer mehr Gebäude leer oder stehen in der Innenstadt immer häufiger Läden leer, so hat dies Auswirkungen auf das gesamte Ortsbild und die Außenwirkung einer Kommune. Bedingt durch den demographischen Wandel kämpfen insbesondere im ländlichen Raum Kommunen mit dieser Problematik. Aber auch die Metropolregionen stehen vor einer großen Herausforderung – sie müssen Wohnraum schaffen. Da sind leerstehende Immobilien eine große Chance.

Fängt man an, sich mit den Hintergründen für Leerstand zu beschäftigen, wird man schnell feststellen, das dieser zahlreiche unterschiedliche Gründe hat. Beispiele sind:

  • falsche Wertvorstellungen des Eigentümers,
  • zerstrittene Erbengemeinschaften,
  • steuerliche Aspekte,
  • keine Erfolge bei ersten Vermarktungsaktivitäten,
  • keine Zeit sich mit der Vermarktung zu befassen.

 

Im Einzelnen stellt unser Antrag folgende Forderungen:

  1. Die Stadt schafft ein Leerstandsmanagement, durch das die Eigentümer leerstehender Flächen angesprochen werden mit dem Ziel, diese Flächen einer auch nur übergangsweise anderen Nutzung durchzuführen, z.B. für kulturelle und gemeinnützige Zwecke oder für Start-Ups, um das Erscheinungsbild des Leerstandes zu unterbinden.
  2. Die Stadt ruft mit allen dazu bereiten Akteuren einen digitalen Aufbruch aus und unterstützt den Einzelhandel, die Gastronomie und andere relevante Akteure u.a.
    • durch Beratung in deren digitalen Auftritten, um z.B. stationäre Angebote mit einem Onlineshop zu verknüpfen, ebenso zu den Fördermöglichkeiten
    • durch Schaffung einer Nordhorn-App, wo Angebote für die Nordhornerinnen und Nordhorner, für externe Konsumenten, Besucher und Touristen zusammen geführt werden, und eine durchgängige digitale Buchbarkeit und Bezahlung der Produkte und Dienstleistungen sicher gestellt ist
  3. Für die vorgenannten Aufgaben des Leerstandmanagement und den digitalen Aufbruch wird in der Stadtverwaltung eine zusätzliche Stelle mindestens befristet auf 2 Jahregeschaffen. Dieses Innenstadtmanagement muss alle Beteiligten in einem interaktiven Prozess einbeziehen.
  4. Für das Leerstandmanagement werden jährlich 30.000 € ab dem Haushaltsjahr 2021 für Sachkosten bereit gestellt, um z.B. temporäre Einrichtungen in einem leer stehenden Ladenlokal zu schaffen bzw. zu unterstützen.
  5. Über die erforderlichen Mittel für den digitalen Aufbruch wird im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden

Der Antrag der SPD-Fraktion wird wahrscheinlich im nächsten SEA (Stadtentwicklungsausschuss) am 02.11.2020 oder in einer Sondersitzung des WTA (Wirtschaft-und Tourismusausschuss) am 02.12.2020 beraten.

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